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WEITERE THEMEN:

- Reichs- und Königsdienst

- Ottonen und Salier

- Auflösung der Grenzmark

- Eigenkirchenwesen

- Urkundenwesen

- Entwicklung des kölnischen Einflusses

- Bevölkerungsexpansion und Agrarrevolution

- Entwicklung Bevölkerungszahlen

- Entstehung des Bauernstandes

- Wandel der Grundherrschaft

Die Herrschaftsverdichtung
zu Beginn des Hochmittelalters

Durch den Übergang der Königsherrschaft von den fränkischen Konradinern zu den sächsischen Ottonen wurde die gesamte hessisch-sächsische Grenzzone politisch völlig umgestaltet. Nach einer Aufteilung in kleinere Herrschaftseinheiten war der gesamte Raum nach der Jahrtausendwende wieder in einer Großgrafschaft unter der Familie der Grafen Werner vereinigt.

In welcher Weise das Siegerland und Wittgenstein in dieses durch unterschiedliche (Amts-)Grafen regierte Herrschaftsgefüge einbezogen waren, erschließt sich aufgrund fehlender Quellenbelege nur undeutlich. Lediglich die kirchliche Zugehörigkeit zum Erzbistum Mainz steht außer Frage. Im Zuge des Ausbaus der Kirchenorganisation wurde in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts das Dekanat Arfeld errichtet, das sich über das Siegerland und Wittgenstein erstreckte.

Vermutlich gehörten beide Teilregionen einem einheitlichen Herrschaftsbezirk an, über den ein in der Siegener Ansiedlung ansässiger Kirchenvogt des Erzbistums Mainz die Oberhoheit beanspruchte. Ein Kirchenvogt mit Namen Rupertus wird in der Abschrift einer Urkunde des Kölner Erzbistums aus den Jahren 1079–1089 erwähnt. Auch die Urkunde mit der Ersterwähnung von Ferndorf aus dem Jahr 1067 ist vom Erzbistum Köln ausgestellt worden.

 

Urkunden aus dem Erzbistum Köln

Urkunde von 1067 und
Abschrift der Urkunde von 1079-89

Die wenigen bis ins 11. Jahrhundert überlieferten Quellen lassen darauf schließen, dass im Siegerländer und Wittgensteiner Raum eine Vielzahl von unterschiedlichen geistlichen und weltlichen Grundherrschaften vorhanden waren. Die Lehnsbindungen der adligen Grundherren bzw. der Verwalter geistlicher Grundherrschaften waren entweder zum Erzbistum Mainz oder zum Erzbistum Köln ausgerichtet.

Infolge der hochmittelalterlichen Bevölkerungsexpansion waren die Bevölkerungszahlen zwischen 950 und 1250 deutlich angewachsen. Während dieser Ausbau- und Rodeperiode dürfte die Zahl der Siedlungen im Siegerland auf etwa 200 und in Wittgenstein auf etwa 90 angestiegen sein.

 

Hochmittelalterliche Ausbauperiode

Hochmittelalterliche Ausbau- und Rodeperiode

 

Durch die Auflösung der Fronhöfe und die Veränderung der Siedlungsstruktur entwickelte sich die Mehrzahl der Siedlungen zu Dörfern. An einzelnen Siedlungsschwerpunkten wie Siegen und Laasphe entstanden größere Marktsiedlungen.

 

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