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- Aufstieg der Ministerialität

- Lebensverhältnisse der Bauern

Die Herausbildung der regionalen
herrschaftlichen Machtzentren

Im hohen Mittelalter setzte ein Prozess der Herrschaftsbildung und Herrschaftsverdichtung ein, in dessen Verlauf die Voraussetzungen für die Entstehung der Landesherrschaft im späten Mittelalter geschaffen wurden.

Die im neuen Reichsfürstenstand zusammengeschlossenen geistlichen und weltlichen Fürsten verstärkten ihre Territorialpolitik, und die zu ihnen im Lehnsverhältnis stehenden neuen Grafenfamilien begannen damit, eigene Burgen zu errichten und ihre Macht auf Kosten ihrer Lehnsherren auszuweiten.

Siegener Münzen Rupert III. von Nassau auf einer
Siegener Münze, ca. 1170

 

Über die Ausübung der Kirchenvogtei für das Mainzer Erzbistum gelang es den Grafen von Nassau, zur mächtigsten Adelsfamilie des Siegerlandes aufzusteigen. Auf einer um 1170 geschlagenen Münze erscheint Rupert III. von Nassau, der bei Kaiser Barbarossa in hohem Ansehen stand und ihn zwanzig Jahre später auf seinem Kreuzzug begleiten sollte, als Graf und Stadtherr in Siegen.

Urkunde Graf Werner v. Wittgensteinn Werner von Wittgenstein als Zeuge, 1174

 

Seit 1174 wird Graf Werner von Wittgenstein, dessen Herkunft bis heute nicht endgültig geklärt werden konnte, mehrfach als Zeuge in kaiserlichen und fürstlichen Urkunden erwähnt. Der Herrschaftsbereich der Familie beschränkte sich zunächst auf das Siedlungsgebiet um Laasphe, weitete sich durch eine geschickte Heiratspolitik schon bald nach Süden und Osten aus.

Als Lehnsleute der Grafen treten seit dieser Zeit nach und nach auch die Edelherren von Wilnsdorf und von Diedenshausen und zahlreiche kleinere Adelsfamilien urkundlich in Erscheinung. Zu ihrer Machtstellung gelangten sie entweder als Grundherren oder als Verwalter einer geistlichen Grundherrschaft.

Urkunden

links: Hermann von Wilnsdorf als Zeuge, 1174
rechts: Godebert von Diedenshausen als Zeuge, 1196

 

Am Ende des 12. Jahrhunderts war der Siegerländer und Wittgensteiner Raum von einer Vielzahl unterschiedlicher Herrschaftsrechte durchsetzt. Vermittelt über die Lehnsbindungen verfügten neben den Grafenfamilien auch das Mainzer, Kölner und – im südlichen Siegerland – das Trierer Erzbistum über Einkünfte und Einfluss. Daneben bildete sich die zum Erzbistum Mainz gehörige Kirchenorganisation des Dekanats Arfeld mit ihren in den größeren Ansiedlungen errichteten Haupt- und Tochterkirchen aus.

Karte Kirchenorganisation

Kirchliche Organisation, Mitte 13. Jahrhundert

 

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