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- fränkische Reichsbildung

- Bonifatius

- Wege der Besiedlung u. Missionierung

- Siedlungsforschung

- Alltagsleben im Frühmittelalter

Fränkische Landnahme
in Siegerland und Wittgenstein

Römische Kaiserzeit und Völkerwanderung haben in unserer Region keine unmittelbaren Spuren hinterlassen. Erst nach der Auflösung des römischen Imperiums und der Bildung und Expansion des Großreichs der Franken wurden allmählich die Weichen für die Einbeziehung unseres Mittelgebirgsraums in die größeren politischen und kulturellen Zusammenhänge gestellt.

Die ersten sicheren Nachrichten kulturellen Lebens stammen aus der Mitte des 9. Jahrhunderts, als der Wittgensteiner und der Siegerländer Raum im Zuge der fränkischen Landnahme über die frühen Höhenwege neu besiedelt wurden.

Fränkische Landnahme und Missionierung gingen Hand in Hand. Zur Mitte des 9. Jahrhunderts wurde die Missionierung von den drei Erzbistümern Mainz, Köln und Trier vorangetrieben. Die Missionare des Erzbistums Mainz dürften das Wittgensteiner und auch das Siegerland als erste erreicht haben.

Die frühesten Zeugnisse der Besiedlung sind die Martinskirchen in Raumland, Feudingen, Netphen und Siegen, die im Verlauf der Missionierung errichtet worden sind.

 

Karten zur Fränkischen Landnahme in Siegerland und Wittgenstein links: Vermutete Höhenwege aus
frühgeschichtlicher Zeit
rechts: Vordringen der Erzbistümer Mainz,
Köln und Trier

 

Geistliche und weltliche Grundherren aus dem bereits länger unter fränkischer Herrschaft stehendem hessischen Raum werden die Träger dieser Siedlungsbewegung gewesen sein. Die fränkischen Siedler, die auf eine dünne Schicht einheimischer Bevölkerung getroffen sein dürften, ließen sich an den günstigsten Siedlungsplätzen nieder.

 

Karte zur frühen Siedlungsperiode in Siegerland und Wittgenstein Siedlungsperiode der fränkischen Landnahme

 

Günstige Siedlungslagen fanden sich in den breiten Talauen an den Schnittpunkten mehrerer Flusstäler, wo die Talhänge abgeflacht waren und terrassenartig hangaufwärts strebten. Spuren dieser frühen Siedlungsentwicklung finden sich noch heute in den Ortsnamen und in Ortsnamensendungen.

 

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