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WEITERE THEMEN:

- Investiturstreit

- Siegen: Von der Stadtwerdung zur Stadtgründung

- Fehde zwischen Sayn und Nassau

- Verhältnis der Nassauer zu den Kölner Erzbischöfen

- Nassauische Teilung

- frühes Eisengewerbe im Siegerland

- Sage vom Altenberg

- Zerstörung der Burg Wilnsdorf

- Elisabeth von Thüringen

- St.-Johannis-Kloster in Siegen

- Südwestfälische Hallenkirchen

Die Anfänge der Landesherrschaft
in Siegerland und Wittgenstein

Die Herrschaftsstrukturen im Hochmittelalter waren noch überwiegend von persönlichen, über das Lehnswesen vermittelte Beziehungen geprägt. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts beginnt sich die Tendenz zur Versachlichung der Lehnsbeziehungen mit dem Streben nach Gebietsherrschaft zu verbinden.

Die Nassauer Grafen, die über weit verzweigte Verwandtschaftsbeziehungen verfügten und um 1220 Heiratsbeziehungen in das Gebiet der späteren Niederlande knüpften, gründeten 1224 gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof die Stadt Siegen. Durch die Erbteilung von 1255 erhielt Graf Otto den nördlichen Teil der Herrschaft, der das Gebiet um Herborn und Dillenburg und das Siegerland umfasste, und Graf Walram den südlichen Teil.

 

Urkunden Siegen und Berleburg Siegener Urkunde von 1224 und Berleburger Urkunden von 1258

 

Als Lehnsmänner rivalisierender Fürsten, des Mainzer Erzbischofs und des Landgrafen von Thüringen, hatten die Wittgensteiner Grafenbrüder ihre Herrschaftsansprüche durch eine geschickte Schaukelpolitik zwischen den beiden großen Mächten zu behaupten. Der zunächst um die Grafschaft Battenberg erweiterte Teil des Herrschaftsgebiets ging infolge einer Erbteilung wenig später wieder verloren.

Als dauerhaft sollte sich dagegen die mit einer erfolgreichen Heiratspolitik verbundene Ausdehnung in den Ederraum erweisen. Gemeinsam mit den Edelherren von Grafschaft gründete Graf Sigfrid von Wittgenstein 1258 die Stadt Berleburg. Laasphe war bereits wenige Jahre zuvor zur Stadt erhoben worden.

Die Gründung der Städte Siegen, Laasphe und Berleburg ist Ausdruck einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung des Siegerländer und Wittgensteiner Raums. Über die Nutzung der Erzvorkommen geben die Entwicklung der Bergbausiedlung Altenberg und die Verleihung des Münzregals an die Nassauer Grafen Auskunft.

 

Urkunde von Stift Keppel Urkunde von Stift Keppel von 1239

 

Einen Eindruck von den religiösen Verhältnissen vermitteln die Klostergründungen in Siegen und Keppel und die neuen Kirchenbauten zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Im Zusammenhang mit der religiösen Armutsbewegung und der Gründung neuer religiöser Gemeinschaften wurde auch der Raum um Siegen von der Ketzerverfolgung gestreift: die Burg der Edelherren von Wilnsdorf soll auf Veranlassung des Inquisitors Konrad von Marburg zerstört worden sein.

 

Foto der Nikolaikirche Nikolaikirche Siegen, Aufnahme von 1897

 

 

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