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WEITERE THEMEN:

- Entstehung und Bedeutung des Lehnswesens

- Sachsenkriege

- Grenzmark

- Grundherrschaft im Frühmittelalter

- Siedlungsausbau

- Freiheit und Unfreiheit

Fränkische Herrschaft und Grundherrschaft
in karolingischer Zeit

Unter Karl d. Großen erreichte das Frankenreich den Höhepunkt seiner Machtausdehnung. Im Zuge der Festigung der Herrschaftsordnung bildete sich das Lehnswesen aus, das die innere Verfassung des Reiches und die Adelsbeziehungen über Jahrhunderte prägen sollte.

Über die Einführung der Grafschaftsverfassung sollte das Reich zentralistisch auf das Königtum ausgerichtet werden. Innerhalb der karolingischen Grafschaften, die nicht überall vollständig ausgebildet werden konnten, wurden weiter die älteren Gaunamen als Landschaftsbezeichnungen benutzt. Aufgrund urkundlicher Belege kann der Wittgensteiner Raum dem Hessengau zugerechnet werden. Für das Siegerland sind aus dieser Zeit keinerlei schriftliche Quellen überliefert.

 

Gaueinteilung im 8. und 9. JahrhundertGaueinteilung im 8. und 9. Jahrhundert

 

Die Sachsenkriege Karls d. Großen (772–804) haben den Siegerländer und Wittgensteiner Raum nicht unmittelbar berührt, sondern mit der Schlacht im oberhessischen Laisa nur gestreift. Der Mittelgebirgsraum wurde von den großen Heerstraßen der Franken und Sachsen nicht erfasst.

Heerwege im fränkisch-sächsichen Grenzgebiet Heerwege im fränkisch-sächsischen Grenzgebiet

 

Siegerland und Wittgenstein, so die Hypothese der Forschung, haben einen vorgeschobenen Grenzschutzbezirk gegen die Sachsen, eine gemeinsame Grenzmark unter einem militärischen Befehlshaber gebildet und waren in ein System militärischer Befestigungsanlagen einbezogen. Besondere Bedeutung muss dabei der Festung bei der Martinikapelle auf dem Felssporn des Siegbergs oberhalb der Siegener Ansiedlung zugekommen sein. Die ersten schriftlichen Nachrichten überhaupt erreichen uns aus der Zeit zwischen 800 und 830. Verschiedene weltliche Grundherren und Adlige übertrugen Güter und Leibeigene an geistliche Grundherrschaften. Diese Güterübertragungen in Arfeld, Raumland, Hesselbach und Laasphe sind im Codex Laureshamensis des Klosters Lorsch und im Codex Eberhardi des Klosters Fulda festgehalten worden.

 

Codex Laureshamensis und Codex Eberhardi links: Codex Laureshamensis, Kloster Lorsch
rechts: Codex Eberhardi, Kloster Fulda

 

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Fränkischer Landesausbau
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