Einleitung

Gestützt auf die reichhaltige historische Literatur wird die Geschichte des Siegerländer und Wittgensteiner Raums erstmals zusammen und im Kontext der allgemeinen Entwicklung des Reiches erzählt. Der erste Band der „Zeitspuren“ beschäftigt sich mit der Besiedlung des Landes, der Entwicklung der grundherrschaftlichen Verhältnisse und der allmählichen Herausbildung der politischen Herrschaftsstrukturen in der noch vorterritorialen Zeit des Früh- und Hochmittelalters (750–1250).

In Geschichtsdarstellungen wird das vergangene Geschehen aus der Perspektive der Gegenwart immer wieder aufs Neue (re-)konstruiert. Das Siegerland und Wittgenstein sind erst seit einem Vierteljahrhundert als politische Einheit verbunden. Gegenwärtig sind die gemeinsamen Ursprünge beider Teilregionen, ihre jahrhundertelange Nachbarschaft und ihre wechselseitigen Beziehungen zueinander von besonderem Interesse, da sie zur Bildung eines gemeinsamen Identitätsgefühls beitragen.

 

Bei dieser (Re-)Konstruktion der regionalen Geschichte werden die Erkenntnisse der älteren Forschungsliteratur mit dem neuesten Wissen der Mittelalterforschung verbunden. Da die Quellenüberlieferung zum Früh- und Hochmittelalter ausgesprochen desolat ist, werden die zahlreichen Fehlstellen mithilfe der Übertragung historischer Befunde benachbarter Regionen geschlossen. Auf diese Weise gelingt es, die Siegerländer und Wittgensteiner Geschichte zusammenhängend und ohne allzu große Bruchstellen darzustellen.

Das Buchprojekt „Zeitspuren“ versteht sich bewusst nicht als wissenschaftliche Kreisgeschichte, sondern als wissenschaftlich fundierte und ein größeres Lesepublikum ansprechende Überblicksdarstellung der Siegerländer und Wittgensteiner Geschichte. Mit der Buchreihe kann das öffentliche Interesse an einer modernen Kreisgeschichte gesteigert, und günstigenfalls können potentielle Unterstützer für ein solches Vorhaben gewonnen werden.

 

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